Feministischer RAUB-AKTIONstag am 12. Juni 2020

• Aufruf zum feministischen RAUB-Aktionstag 12. Juni 2020 
  Meidlinger Hauptstraße vom Meidlinger Platzl (nahe U6 Station Niederhofstraße)      bis Eichenstraße (U6 Station Wien-Meidling) Beginn 15.00 Uhr 
    DEMO für FrauenLesbenMigrantinnen und Mädchen um 19.00 Uhr

 

• Einladung zur Vorbereitung und Beteiligung am feministischen Aktionstag am      Freitag,  12. Juni 2020 *)                                                Flyer —>
                                                                                         Streikmöglichkeiten —>

Liebe Freundinnen, Gefährtinnen, sistas, compañeras, heval, arkadaşler, Genossinnen, Kolleginnen

Wenn Frauen Patriarchat und Kapitalismus bestreiken steht die Welt still!
Wenn Frauen kämpfen verändern sie die Welt!

• Feministischer Raub-Aktionstag am 12. Juni 20

Das Koordinationstreffen der Frauenstreikkomitees im Juni letzten Jahres hat beschlossen (zum Frauenstreik am 8.3. und) zum „Raub-Aktionstag“ am 12. Juni 2020 für öffentliche Proteste und Aktionen anlässlich des „geschlechtsspezifischen Gesamteinkommensunterschied“ (GOEG)* (siehe Fußnote am Ende) aufzurufen – aktuell trotz, mit und gerade wegen der „Krise“!

Warum „Raub-Aktionstag“ und warum12. Juni?
Der geschlechtsspezifische Gesamteinkommensunterschied beträgt in Österreich 44,9%! Mascha Madörin, feministische Ökonomin, hat in dem Artikel „Die große Ungerechtigkeitsmaschine“ (in AEP Nr.3/2017) die Prozentzahlen in Geldsummen berechnet. „Grob auf das Arbeitnehmerentgelt des Jahres 2014 umgerechnet verdienen Frauen in Österreich 46 Milliarden Euro weniger als Männer (…) Das jedes Jahr! Es entspricht ungefähr den gesamten Einnahmen des österreichischen Staates aus den Einkommens- und Vermögenssteuern oder dem 2.8 fachen der Staatsausgaben für Bildung„.
Wir nennen es Raub! – daher Raub-Aktionstag. Die 44,9% entsprechen, auf die Tage des Jahres berechnet, dem 12. Juni.

Aktuell, im Zuge der Gesundheitskrise und des sozialen und politischen Ausnahmezustandes – als„Corona-Krise“ bezeichnet – werden die Arbeitsbereiche im Sozial-, Gesundheitsbereich, in der Pflege und im Handel und jene, die unbezahlte Versorgearbeit von Kindern, Älteren und Kranken zu Hause machen  – plötzlich als „systemrelevant“ benannt und beklatscht. Es wäre wichtig, dass aus der „Anerkennung“ der Arbeit und der realen Unzumutbarkeit Kraft für Arbeitskämpfe und Solidarität für verbesserte Arbeitsbedingungen und für feministische Frauenstreiks entsteht. Im „Ausnahmezustand“ werden unhinterfragt patriarchale und frauenfeindliche „Werte“ beschworen – ein „sicheres Zuhause“ – das es für Frauen aufgrund der männlichen Partnergewalt nicht gibt – und staatlich verordnete „private Kinderbetreuung und Schulunterricht“ neben Home-Office/Heimarbeit. Doch: Frauenkampf ist Klassenkampf und Kampf um Frauenbefreiung – in jedem Land! Gleichzeitig werden Grenzen geschlossen, MigrantInnen (u.a. in der 24-Stunden-Betreuung und in der landwirtschaftlichen Saisonarbeit) können nicht mehr, bzw. erschwert unter unzumutbaren Bedingungen, ein- und ausreisen. Aktuell sind sie – trotz theoretischem Anspruch – aus rassistischen Gründen vom Zugang zum Härtefall-Fonds ausgeschlossen! Für geflüchtete Menschen in der Ägäis und in den Lagern vor den Toren Europas verschlechtert sich die ohnedies verheerende Situation massiv! Lager schließen. Wohraum und Gesundheit für ALLE!
Unsere Konsequenz aus der „Krise“ – Solidarisches Leben erhalten/aufbauen und HERRschaftliche System überwinden!

Unser Vorschlag für den feministischen Raub-Aktionstag ist:
Freitag 12. Juni in der Fußgängerzone (Bezirk ist noch in Diskussion)
* Infostände/Kundgebungen ab 15h (an mehreren Plätzen in der ganzen Fußgängerzone)
mit: Aktuelles von Gruppen, zu aktuellen Arbeitskämpfen (z.B. im Handel, Sozialbereich, in der Pflege, bei der Kinderbetreuung), Proteste gegen Gewalt an Frauen, Workshops, (öffentliche) Vorträge (z.B. zu feministischer Ökonomie), Ausstellungen, Theater, Konzert, Musik, Singen, Trommeln, Tanz,….
Sprecherinnen und Aktivistinnen sollen Frauen sein; alle Menschen* sind willkommen; solidarische Männer können unterstützende Arbeiten, Essen und Kinderbetreuung Vorort übernehmen.
* Frauendemo ab 19h (mit Abstand und wenn nötig in kleineren Gruppen)

Vorbereitungstreffen (für Frauen, Lesben, Migrantinnen) jeden Mo, 19h, in der FZ-Bar, 1090, Währingerstr. 59. Eingang ums Eck Prechtlgasse, bei der roten Tür läuten (aufgrund der aktuellen Situation mit Abstand und, wenn nötig, mit Schutzmasken).
Komm/t zum Vorbereitungstreffen!
Sag/t es weiter!
Gebt Bescheid ob und wie ihr euch beteiligen wollt! (Tel.: 0664-4710116, Mail: frauenstreik@riseup.net)

*) ad GESCHLECHTSSPEZIFISCHER GESAMTEINKOMMENSUNTERSCHIED: 
Seit einigen Jahren berechnet das Statistisches Amt der EU/Eurostat (www.ec.europa.eu/eurostat/statisticexplained/index.php/Gender_statistics) den geschlechtsspezifische Gesamteinkommensunterschied (GOEG – Gender Overall Earnings Gap), welcher die gesamte Einkommenslücke von Frauen in Vergleich zu Männern ausdrücken soll. Österreich liegt mit 44,9 % EU-weit an 4. höchster Stelle (hinter NL mit 47%, UK, D mit 45,2% und vor der CH mit 44,2%). Der GOEG beinhaltet nicht nur den (Stunden)Lohnunterschied GPG (Gender Pay Gap) sondern auch die Einkommenslücke aufgrund des Arbeitsaufkommen der unbezahlten gesellschaftlichen (Versorge)Arbeit – die zu 2/3 Frauen leisten – und die Tatsache, dass Branchen, in denen mehrheitliche Frauen arbeiten, geringer entlohnt werden. Wir finden wichtig, unterschiedliche Lebensrealitäten von Frauen zu begreifen, u.a., „dass 46 % aller Arbeitenden, im Besonderen Migrantinnen und Alleinerzieherinnen und 3/4 aller Frauen als Reinigungskräfte, Kassiererinnen, Friseurinnen und Kosmetikerinnen von ihrem Einkommen NICHT eigenständig leben können…und später nicht von der Pension“. (aus Frauenstreik-Flugblatt)

**) alle persönlichen Meetings sind während „Corona“, soferne erforderlich, mit Maske und Abstand!