Wir trauern um unsere Compagneras, Sisters, Mit-Fighterinnen, Bündnispartnerinnen, Kolleginnen, Freundinnen und Gefährtinnen
ROSI LACKNER – Mitinitiatorin der Initiative FRAUENSTREIK Österreich
Das FZ – das autonom-feministische Frauen-, Lesben-, Migrantinnen und Mädchenzentrum in Wien – hat eine starke, freche, aufmümpfige Schwester, Kämpferin und Freundin am gemeinsamen Weg um Gerechtigkeit, Befreiung und Freiheit für alle verloren:
Rosi hat am Freitag, dem 21. Februar 2025, diese Welt verlassen.
Sie war eine mutige, Ideen-reiche, tapfere und konsequent feministische Mitstreiterin gegen das Patriarchat und seine (Repräsentanten) Stützen: Kirche, Staat, private oder militärische Konzerne!
Rosi war eine aktive Feministin, die als Alleinerzieherin für Alleinerzieherinnen, als Erwerbslose für Lohnarbeitslose, als Frau für alle Frauen, als Mensch und konsequente Feministin gegen Abschiebungen und gegen Rassismus in jeder Form eingetreten ist.
Sie hat Selbsthilfegruppen gegründet oder andere Frauen darin unterstützt solche zu gründen, sie hat die Gruppe „Frauen und Frauen auf der Flucht“ mit organisiert, Lesben gegen Rechts und vieles mehr. Sie war keine, die viel für langes Reden übrig hatte, obwohl sie bei Plenas Geduld bewies und gerne auch in eine radikale Tiefe diskutierte.
Sie hat gemeinsam mit anderen Frauen für die Legalisierung von Abtreibung als Frauenrecht und gegen Femizide gekämpft. Sie verstand sich als Anarchistin und radikale Feministin. Sie fühlte sich mit den Zapatistinnen tief verbunden und war eine von denen, die sich von Anfang an dafür einsetzten, dass die Zapatischen Frauen der Zapatischen Delegation nach Europa im FZ Platz fanden.
Mit der Gruppe Frauenstreik, hat sie gemeinsam mit anderen Frauen an die internationalen Frauenstreiks angeknüpft und wollte die Idee um die Macht des Streiks unter die Frauen bringen.
Könnt‘ Ihr Euch noch an die spannenden Nachmittage auf der Meidlinger Hauptstaße zur Ausbeutung von Frauen in Sorge- und Erwerbsarbeit erinnern? An unsere szenischen Darstellungen auf der „Bühne?“ An die Infotische für Migrantinnen, der IG 24 Stunden Hilfe…Der 12 Juni gilt uns ja als der „wahre“ Equal Pay Day.
Sie wollte ein Gutes Leben für ALLE.
Der Widerstand gegen Sexismus, gegen Gewalt an Frauen und Lesben, ganz besonders die Arbeit gegen FGM , hat sie mit Fadumo und anderen Aktivistinnen auf vielen Kundgebungen und Veranstaltungen verbunden.
Als solidarische Compagnera, hat sie nicht nur Lesben und andere Frauen verteidigt, sie ist für jeden Menschen eingetreten, gegen jedes Unrecht, sie ist jedem Menschen beigestanden, der im hierarchischen System der Diskriminierungen zum Verfolgten wurde.
Sie war für viele ein Vorbild – obwohl sie das nie sein wollte und massiv dagegen gesprochen hätte. Rosi hat es verstanden, jüngere Frauen als Mitstreiterinnen in Augenhöhe zu begrüßen.
Sie war immer offen für neue Ideen, sie aufzunehmen, gemeinsam weiterzuentwickeln. Sie war Quelle für kollektives Denken und Handeln. Sie hatte Freude am Austausch mit anderen, ob in Form des Theater der Unterdrückten, des unsichtbaren Theaters oder durch Singen und Tanzen.
Alles war gut zum politischen Ausdruck. Sie wollte was tun und sie hat getan.
Der feministische Frauenwiderstand gegen Unterdrückung, Gewalt und Ausbeutung hat eine starke Kämpferin verloren. Wir trauern um Rosi! Und wir kämpfen weiter in ihrem Sinne bis zum guten Leben für ALLE.